
|
Reit im Winkl – nicht nur ein idyllischer Luftkurort, sondern auch Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Die Bürger und Bürgerinnen haben die Zeichen der Zeit erkannt und in einem einzigartigen Gemeinschaftsprojekt ihre Energieversorgung ganzheitlich auf nachwachsende Rohstoffe umgestellt – als erste Gemeinde in Deutschland. Ganz nach dem Motto „global denken – lokal handeln“ geht man in Reit im Winkl bereits seit dem Jahr 2000 neue Wege in der Energieversorgung. Eine langfristig sichere und umweltfreundliche Biomasse-Nahwärme-Versorgung ersetzte nach und nach die umweltbelastenden Ölheizungen.
Ressourcen sinnvoll nutzen
Geheizt wird nun mit Restholz von den Land- und Forstwirten, dem Staatsforst sowie dem Sägerestholz aus der heimischen Region. Lediglich zur Deckung des Spitzenbedarfs liefert die Tyczka Energie zusätzlich die umweltschonende Energie Flüssiggas. Dazu wurde ein unterirdischer 25-Tonnen-Behälter installiert, der per Großtankwagen direkt ab Raffinerie beliefert wird. Vorhandene Ressourcen werden sinnvoll genutzt und die Region profitiert sowohl ökologisch als auch ökonomisch. Zahlen des Bayerischen Forst- und Landwirtschaftsministeriums zeigen, dass aus den Wäldern Bayerns ein enormes Brennstoff-Potenzial nachhaltig erwirtschaftet werden kann: Jährlich wachsen dort sechs bis acht Millionen Festmeter mehr nach, als eingeschlagen werden. Zudem werden durch die Verwendung der Biomasse als Brennstoff wichtige Impulse für Durchforstungen und Waldpflege sowie für den Aufbau von Mischwäldern gesetzt.
Aufatmen in klarer Bergluft
Ein weiterer Vorteil ist, dass Holz durch modernste Technologie äußerst schadstoffarm verbrannt werden kann. Im Vergleich zu den vorherigen Ölheizungen können die Schadstoffgase Kohlenmonoxid um circa 50 Prozent, Schwefeldioxid um mehr als 80 Prozent und Kohlendioxid (CO2) um mehr als 90 Prozent reduziert werden. Seit Inbetriebnahme konnten somit durch das Biomasse-Heizkraftwerk insgesamt bereits rund 45 000 bis
50 000 Tonnen CO2 eingespart werden. Und während früher zeitweise im Winter eine Dunstglocke über dem Ort hing – bedingt durch die Abgase der Ölheizungen – sichert nun die saubere Luft der Fremdenverkehrsgemeinde Reit im Winkl langfristig das Prädikat „Luftkurort“.
Bürger investieren in die Zukunft
All diese Vorteile haben die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde von dem Projekt überzeugt, und so erklärt sich auch eine weitere Besonderheit des Wärmeversorgungsunternehmens: die Gesellschaftsstruktur. An der Naturwärme Reit im Winkl GmbH & Co. KG ist die Gemeinde mit 20 Prozent beteiligt. Die übrigen Anteile des Eigenkapitals haben 83 Personen erworben, bis auf wenige Ausnahmen alle aus Reit im Winkl. Josef Heigenhauser,
1. Bürgermeister von Reit im Winkl, fasst die Vorteile des Projekts, das 2003 mit dem Dr. Tyczka-Energiepreis ausgezeichnet wurde, wie folgt zusammen: „Das Biomasseprojekt erfüllt alle Ziele, und zwar sowohl ökologische, weil es den Klimaschutz vorantreibt und die fossile durch erneuerbare Energie ersetzt, ökonomische, weil es die lokale und regionale Wirtschaft stärkt, als auch soziale, weil es sichere und auch in Zukunft bezahlbare Wärmepreise garantiert.“
Online-Newsletter
Für Gewerbe- und Industriekunden der Tyczka Gruppe und TOTAL Deutschland GmbH